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Robert Musil
Autor
geboren 1880 in Klagenfurt, gestorben 1942 in Genf Universell gebildeter Intellektueller, Maschinenbauingenieur und Doktor der Philosophie, nimmt aktiv am 1. Weltkrieg teil. Die letzten Lebensjahre sind von Verarmung (Verlust des väterlichen Vermögens in der Inflation) körperlichem Verfall und Leiden an den politischen Verhältnissen. Gezeichnet. Sein unvollendetes Werk Der Mann ohne Eigenschaften macht M. zu einem der bedeutendsten Schriftsteller der Moderne:
Der Mann ohne Eigenschaften
Gattung
Roman in zwei Bänden, unvollendet
Inhaltsangabe
Ulrich, dessen Familiennamen verschwiegen wird, ist die zentrale Figur des Romans. Die Handlung setzt im August 1913 ein. Zu dieser Zeit ist Ulrich 32 Jahre alt und hat schon drei Versuche, als Offizier, Ingenieur bzw. Mathematiker „ein bedeutender Mann“ zu werden unbefriedigend hinter sich. Schließlich erkennt er, dass ihm das Mögliche viel mehr bedeutet als das Wirkliche. Damit zieht sich Ulrich in die Passivität zurück. Er fühlt sich als Mann ohne Eigenschaften, weil er nicht mehr den Menschen, sondern die Materie als Zentrum moderner Wirklichkeit ansieht. Ulrich sieht sich mit den Problemen seiner Zeit, mit den Widersprüchen zwischen Logik und Gefühl, Kausalität und Analogie, Wissenschaftsgläubigkeit und Kulturpessimismus konfrontiert. Im ersten Band tritt Ulrich als Sekretär der „vaterländischen Aktion“ auf. Ein Komitee soll die Feiern zum siebzigjährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs I. im Jahre 1918 als „Parallelaktion“ vorbereiten. Ihr ironisches Doppelgesicht erhält die Parallelaktion dadurch, dass das Jahr 1918 den Zusammenbruch der beiden Monarchien bedeutet. Das geplante Jubelfest erhält somit von vornherein die Attribute einer Beerdigungsfeier.