CTS2-LE Fact Sheet

Aus CTS2-LE
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Einsatzgebiete und verfügbare Terminologien

  • Erstellung und Bereitstellung von Standard-Terminologien und -Wertemengen (Value Sets) aus dem Gesundheitswesen zur projektübergreifenden Nutzung.
  • Unterstützung von Projekten bei der Erstellung bzw. technischen Abbildung spezifischer Terminologien und Wertemengen insbesondere im Zusammenhang mit der Definition projektspezifischer Dokumenttypen und Formulare. Beispiele hierfür sind einrichtungs-übergreifend einzuhaltende Festlegungen zu den in einem Online-Formular zulässigen Wertemengen für bestimmte Datenfelder (kodierte Attribute).
  • Automatische Validierung und Ausfüllunterstützung für die kodierten Attribute von Dokumenten. Ein Beispiel hierfür ist ein online auszufüllender Patientenfragebogen, wo Auswahllisten dynamisch mit den zulässigen Werten ausgefüllt werden sollen bzw. wo vor Speicherung des Dokuments eine Validierung der Zulässigkeit bestimmter Angaben erfolgen soll.
  • Mapping von intern genutzten Konzepten auf interoperable Konzepte. Vorhandene IT-Systeme in Krankenhäusern und Arztpraxen nutzen oftmals proprietäre Codes zur Auszeichnung eigentlich standardisierter Konzepte. CTS2-LE kann hier in-transit die Ersetzung solcher Codes durch interoperable Codes realisieren.
  • CTS2-LE bietet Importfilter für Standard-Terminologien aus dem Gesundheitswesen, u. a.
    • ICD-10, Alpha-ID, OPS für Diagnosen und Prozeduren (z. B. per CLaML-Import)
    • ATC, UCUM für Wirkstoffe
    • LOINC für Labor-Anwendungen und zur Auszeichnung von CDA-Dokumenten
    • SNOMED-CT als universelle eHealth-Terminologie
    • HL7v3-Codesysteme und FHIR-Codesysteme für die Kodierung von CDA-Dokumenten, HL7v3-Nachrichten und FHIR-Ressourcen
    • MeSH für die Klassifizierung von Fachtexten
  • Aufgrund des domänenunabhängigen Informationsmodells ist CTS2-LE in der Lage, beliebige CTS2-konforme Terminologien auch anderer Domänen zu verwalten.

CTS2-LE Leistungsmerkmale

  • Verwaltung von Konzepten und Codes
    • Keine Beschränkung bezüglich des Umfangs von Terminologien
    • Zulässigkeit mehrerer Bezeichner und Beschreibungen pro Konzept
    • Mehrsprachigkeit für Bezeichner und Beschreibungen
  • Polyhierarchien: Viele Terminologien sind polyhierarchisch (im Gegensatz zu z. B. ICD oder ATC), d.h. hier können Konzepte mehrere Oberkonzepte haben. CTS2-LE erlaubt polyhierarchische Terminologien und ist damit geeignet, auch komplexe Systeme wie LOINC, SNOMED-CT und MeSH vollständig abzubilden.
  • Individuelle Konzept-Beziehungen: CTS2-LE definiert keine Default-Semantik für Beziehungen, sondern ermöglicht es den Nutzern zusätzlich, beliebige Beziehungstypen zu definieren und zu instanziieren. Dies macht, so wie z. B. bei LOINC definiert (SCALE_TYPE, CLASSTYPE, etc.), insbesondere die Abbildung mehrachsiger Terminologien möglich.
  • Extensionale Definition von Wertemengen: CTS2-LE erlaubt die Definition von Wertemengen durch Auflistung der darin zusammenzufassenden Konzepte. Wertemengen können Konzepte aus mehreren Terminologien enthalten.
  • Intensionale Definition von Wertemengen: CTS2-LE lässt die Definition von Wertemengen mit Hilfe von Filtern über Terminologien zu. Zur Ermittlung der Werte findet die Auflösung von Wertemengen zur Laufzeit (d. h. bei der Abfrage) statt. Beispielsweise könnte die Menge aller in LOINC definierten spezifischen Dokumenttypen der Radiologie über den Filter „SCALE_TYPE=‘doc‘ and METHOD_TYPE=‘radiology‘“ ausgedrückt werden.
  • Versionierung: CTS2-LE erlaubt es, mehrere Versionen von Terminologien oder Wertemengen vorzuhalten. Anwendungen nutzen bei Suchanfragen implizit immer die aktuellste Version, können aber auch explizit auf eine bestimmte Version verweisen.
  • Import von Terminologien: Einlesen von Terminologien, die in den Standardformaten CLaML, FHIR oder RDF abgebildet sind.
  • Import von Wertemengen: Einlesen von Wertemengen, die im FHIR-Format abgebildet sind.

Unterstützung der Terminologie-Navigation, -Suche und -Erstellung

  • Terminologie-Browser: Weboberfläche zur Navigation über Terminologien unter Nutzung von Standard-Konzeptbeziehungen (Generalisierung, Spezialisierung). Berücksichtigung definierter Querbezüge zwischen Terminologien (z. B. LOINC -> UCUM, ICD-10 -> Alpha-ID).
  • Cross-Terminologie-Volltextsuche: Auf einzelne Terminologien einschränkbare Volltextsuche einschließlich Gruppierung der Suchergebnisse. Freie Navigation auf den Suchergebnissen.
  • Ähnlichkeitssuche: Ermittlung der zu einem Konzept ähnlichen Konzepte basierend auf den Bezeichnern als Vorstufe eines Mappings.

CTS2-LE Programmierschnittstellen

  • Abruf von vollständigen Wertemengen: Sowohl Terminologien als auch intensional oder extensional definierte Wertemengen lassen sich über eine FHIR-REST-Schnittstelle abrufen.
  • Konzeptdetails: Abruf aller Informationen zu einem über Terminologie und Code identifizierten Konzept einschließlich der Konzeptbeziehungen.
  • Komplexe Terminologie-Anfragen: CTS2-LE bietet die Möglichkeit für SPARQL-Anfragen über allen Instanzen des CTS2-kompatiblen Informationsmodells. Hiermit sind auch Abfragen über mehrere Terminologien oder gegen komplexe Wissensnetze möglich.