WIE GESTALTEN WIR NACHHALTIGE LEBENSMITTELSYSTEME VON HEUTE UND  MORGEN?

Das Food Fictions Projekt des Center for Responsible Research and Innovation am Fraunhofer IAO wird im Rahmen einer BMBF Förderung zum „Wissenschaftsjahr Bioökonomie 2020-21“ gefördert.

Ziel des Projektvorhabens ist es, designbasierte Methoden für partizipative Wissenschaftskommunikation im Bereich bioökonomische Lebensmittelinnovationen zu erproben und zu beforschen.

Dazu haben wir mit ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis kollaboriert und eine systemische Methode entwickelt, die auf der spekulativen Designpraxis basiert, um das Expertenwissen in greifbare Zukunftsszenarien zu übertragen.

Diese Ausstellung präsentiert das Ergebnis dieser Zusammenarbeit und lädt über eine Onlinebeteiligung dazu ein, die Zukunftsszenarien zu bewerten und zu diskutieren.

Die Art, wie wir essen, hängt eng damit zusammen, wie wir unseren Planeten und unsere Zukunft gestalten.

Eine wachsende Bevölkerung zu ernähren, gesunde Lebensmittel für alle Gesellschaftsschichten zu produzieren und dabei die Ressourcen unseres Planeten zu erhalten, ist eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit. Vor diesem Hintergrund stehen unsere derzeitigen Lebensmittelsysteme und kulturellen Praktiken im Umgang mit Ernährung auf dem Prüfstand.

Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich unsere Lebensmittelversorgung zu einem komplexen Zusammenspiel aus Wissenschaft, Technik, Kultur sowie einem globalen Wirrwarr unterschiedlicher Systeme entwickelt. Auf der Suche nach zukunftsorientierten Alternativen kann sich die Ausgangsfrage nicht länger allein darauf konzentrieren, WAS wir in Zukunft essen. Denn produktorientierte Ansätze wie In-Vitro-Fleisch oder Insekten-Riegel bieten nur mittelfristige Lösungen, solange die Systeme, in denen sie existieren, die gleichen bleiben.

Vielmehr müssen die Lebensmittelsysteme, in denen wir agieren, in Frage gestellt werden: Wie zum Beispiel der Supermarkt als zentraler Versorgungspunkt, der sich seit den 1930er Jahren im Gegensatz zu unseren Lebensstilen und urbanen Gewohnheiten kaum verändert hat. Oder unsere Beziehung zu Nutztieren und Mikroorganismen und unser kulturell geprägtes Natur- und Zeitverständnis bei der Erzeugung von Lebensmitteln.

FOOD FICTIONS beschäftigt sich daher mit der Frage, WIE wir unsere Lebensmittel anbauen, produzieren, verarbeiten und teilen. Wie können wir bestehende Lebensmittelsysteme sowie Rollen von und Wechselbeziehungen zwischen Großhandel, Gastronomie, VerbraucherInnen und Landwirtschaft überdenken? Wo sind die Grenzen zwischen VerbraucherInnen und ProduzentInnen? Und wie steht es um Esskulturen, Rituale und (neue) Traditionen? Wie kann eine Bioökonomie mit ihren Ansätzen zu nachhaltigen Lösungen führen und Wandel aktiv gestalten?

Das FOOD FICTIONS Ausstellungsformat stellt fünf spekulative Zukunftsszenarien vor, die in Zusammenarbeit mit themenspezifischen ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis entwickelt wurden. Diese Szenarien beleuchten einige der „Hidden Champions“ der Bioökonomie, zum Beispiel Bäume und Bakterien und hinterfragen dabei die Grenze zwischen Natur, Technik und Kultur.

Wir nehmen Euch mit auf eine Reise zu spekulativen Entwicklungen unserer Esskultur in der nahen Zukunft und laden Euch herzlich dazu ein, mitzudiskutieren, zu intervenieren und gemeinsam mit uns weiter zu spekulieren.