Hier finden Sie Fallbeispiele aus den Organisationen, die als Unternehmenslabore am Projekt KI-ULTRA teilgenommen haben.
29 Unternehmen wurden im Rahmen der Feldforschungsphase von KI-ULTRA bei einem KI-Einführungs-projekt begleitet. Dabei wurden über einen Zeitraum von 6 bis 18 Monaten immer wieder Gespräche geführt, unterschiedliche Stakeholder befragt, gemeinsame Workshops zu wichtigen KI-Themen durchgeführt und so eine tiefgehende ethnographische Begleitung des Einführungsprojekts erreicht. Im Rahmen dieser Feld-forschung entstanden Fallstudien aus den einzelnen Unternehmen, die als wertvolle „Best-Practice“ ebenso wie als „Lessons Learned“ für andere Unternehmen dienen können. Stöbern Sie durch die einzelnen Berichte und lassen Sie sich inspirieren!




Effizienzsteigerung von Trainings
Valeo Schalter und Sensoren GmbH
Ort: Bietigheim-Bissingen
Anzahl der Mitarbeitenden: 7.200
Gründungsjahr: 1923
Branche: Automobilzulieferer
Increasing the efficiency of trainings
Valeo Switches and Sensors GmbH
Location: Bietigheim-Bissingen
Number of employees: 7,200
Founding year: 1923
Industry: Automotive supplier
Ausgangssituation
Die Valeo Schalter und Sensoren GmbH entwickelt innovative Technologien für die Automobilbranche. Das Unternehmen verfolgt eine Strategie zur Wissenserweiterung, die es seinen Mitarbeitenden ermöglicht, sich auf zukünftige Herausforderungen in den Projekten optimal vorzubereiten. Dazu wird eine Vielzahl an technischen Trainings durch interne Trainer*innen und Expert*innen angeboten. Dabei ist das Ziel, möglichst effiziente Trainings bereitzustellen, so dass sowohl Teilnehmende als auch Trainer*innen und Führungskräfte mit dem Lernerfolg der einzelnen Mitarbeitenden zufrieden sind und das Gelernte im Anschluss sicher im Arbeitsumfeld angewendet werden kann. Die adäquate Ausbildung der Projektmitarbeitenden ist insbesondere aus dem Grund wichtig, da sich Innovationszyklen stetig verkürzen und sich unsere Gesellschaft zugleich in einem Wandel zum lebensbegleitenden Lernen befindet. Im Rahmen des Projekts soll ermittelt werden, welche Faktoren den Trainingserfolg beeinflussen, wie diese verbessert werden können und das lebensbegleitende Lernen optimal umgesetzt werden kann.
Das Projekt zur Steigerung der Effizienz von Trainings ist ein Pilotprojekt im Bereich KI-gestützter Unternehmensprozesse und wird dem Aufsichtsrat in regelmäßigen Abständen präsentiert.
Lösungsansatz
Valeo verfolgt die Idee, Methoden der KI im Rahmen einer „personalisierten, intelligenten Lernstrategie“ einzusetzen. Dadurch sollen die Einflussfaktoren für effiziente Trainings ermittelt und Empfehlungen in Echtzeit ermöglicht werden. Es soll eine für die Lernenden interessante und motivierende, sich an die jeweils persönliche Situation in Tempo und Inhalt anpassende Wissensvermittlung gestaltet werden („adaptive learning features“). Lehrende können wichtige Rückmeldungen erhalten und so ihr Training verbessern. Daraus soll sich ein effizienter Lernprozess ergeben.
Beteiligte Interessengruppen
Die KI-Anwendung wird von einer technischen Abteilung entwickelt und richtet sich vor allem an Trainer*innen, die Trainingsakademie und die Trainingsteilnehmenden. Dabei sind Fachleute für KI, Trainer*innen, die Zuständigen für die unternehmenseigene Trainingsakademie, die Personalabteilung sowie der Betriebsrat und Datenschutzexpert*innen in das Projektteam eingebunden. Zusätzlich ist eine pädagogische Hochschule als externe Dienstleisterin zur Konzeption der Datenaufnahme involviert.
Technologie
Daten kommen aus Fragebögen, die von den Trainees, deren Führungskräften und den Trainer*innen zu verschiedenen Zeitpunkten erfasst werden. Merkmale werden über ihre Bedeutung klassifiziert und die KI-Anwendung sucht automatisiert nach Korrelationen. Dabei werden feste und lernende Algorithmen kombiniert.
Die Auswertung erfolgt mittels Python (PyCharm) und angepassten .csv Dateien, die aus der Fragebogen-Datenbasis exportiert werden.
Es werden folgende Schritte durchgeführt:
Herausforderungen
Verschiedene Herausforderungen haben sich in diesem Projekt ergeben, vor allem in Bezug auf die Datenerhebung. Sowohl die benötigte Datenmenge als auch die erforderliche Datenqualität muss sichergestellt werden. Um die benötigte Datenmenge zu erreichen, muss hier auf die Motivation der Teilnehmenden zum Ausfüllen des Fragebogens gesetzt werden. Dabei braucht es das Vertrauen darin, dass durch ihre Zuarbeit am Ende ein Mehrwert für sie selbst geschaffen wird. Um die Datenqualität zu gewährleisten, ist das Stellen aussagekräftiger Fragen zum Unterstützen oder Widerlegen bestimmter Thesen wichtig. Zudem muss sichergestellt werden, dass die Daten anonymisiert sind und es keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen oder Diskriminierung von Personengruppen geben kann. Die Zuordnung von Daten kann über einen Trainingscode durchgeführt werden.
Zudem handelt es sich um ein Pilotprojekt, in dem Pionierarbeit für die Einführung von KI-Anwendungen in Unternehmensprozessen geleistet wird. Hierbei gilt es, dauerhaft alle beteiligten Parteien einzubinden und zur Unterstützung zu motivieren, um das anvisierte Ziel zu erreichen.
Ergebnis
Der Prozess zur Durchführung des Projektes ist grundsätzlich abgestimmt. Die Art der Datenerhebung und auch die Auswahl der Daten sind bereits erfolgt und erste Daten liegen vor. Im nächsten Schritt geht es nun darum, die Datenmenge zu erhöhen, um eine Auswertung mit Hilfe einer KI überhaupt durchführen zu können. Dies soll durch die breite Verteilung der Fragebögen geschehen. Bis eine ausreichende Datenmenge zur Verfügung steht, wird auf eine statistische Auswertung zurückgegriffen.
Learnings
Insgesamt wurde der Zeitaufwand für die vorbereitenden Arbeiten deutlich unterschätzt. Die Klärung der Datenerhebung und auch der Datenschutz haben mehr Zeit beansprucht als veranschlagt wurde. Zudem verzögerte sich die Projektdurchführung durch die begrenzten Kapazitäten des Projektteams.
Außerdem gilt es alle beteiligten Parteien wie Betriebsrat, Personalabteilung, Datenschutz und in unserem Fall auch die Trainingsabteilung frühzeitig einzubinden und damit wichtige Entscheider*innen zur Unterstützung des Projektes zu gewinnen.
Initial situation
Valeo Schalter und Sensoren GmbH develops innovative technologies for the automotive industry. The company pursues a strategy of expanding knowledge that enables its employees to optimally prepare themselves for future challenges in projects. To this end, a wide range of technical training courses are offered by internal trainers and experts. The aim is to provide the most efficient training possible so that participants, trainers and managers are satisfied with the learning success of the individual employees and what they have learned can then be safely applied in the working environment. Adequate training of project staff is particularly important because innovation cycles are constantly shortening and our society is also undergoing a change towards lifelong learning. The project aims to determine which factors influence the success of training, how these can be improved and how lifelong learning can be optimally implemented.
The project to increase the efficiency of training is a pilot project in the area of AI-supported corporate processes and is presented to the Supervisory Board at regular intervals.
Solution approach
Valeo is pursuing the idea of using AI methods as part of a “personalized, intelligent learning strategy”. The aim is to identify the factors influencing efficient training and enable real-time recommendations. The aim is to create interesting and motivating knowledge transfer for learners that adapts to their personal situation in terms of pace and content (“adaptive learning features”). Teachers can receive important feedback and thus improve their training. This should result in an efficient learning process.
Stakeholders involved
The AI application is being developed by a technical department and is primarily aimed at trainers, the training academy and training participants. AI specialists, trainers, the people responsible for the company’s own training academy, the HR department, the works council and data protection experts are all involved in the project team. In addition, a university of education is involved as an external service provider for the design of the data collection.
Technology
Data comes from questionnaires that are collected from the trainees, their managers and the trainers at various points in time. Characteristics are classified according to their significance and the AI application automatically searches for correlations. Fixed and learning algorithms are combined.
The evaluation is carried out using Python (PyCharm) and customized .csv files, which are exported from the questionnaire database.
The following steps are carried out:
Challenges
Various challenges have arisen in this project, particularly with regard to data collection. Both the required amount of data and the required data quality must be ensured. In order to achieve the required amount of data, the motivation of the participants to complete the questionnaire must be relied upon. This requires trust that their input will ultimately create added value for them. In order to ensure data quality, it is important to ask meaningful questions to support or refute certain theses. It must also be ensured that the data is anonymized and that no conclusions can be drawn about individuals or discrimination against groups of people. Data can be assigned using a training code.
It is also a pilot project in which pioneering work is being carried out for the introduction of AI applications in company processes. The aim here is to permanently involve all parties involved and motivate them to provide support in order to achieve the intended goal.
Result
The process for implementing the project has been agreed in principle. The type of data collection and the selection of data have already taken place and initial data is available. The next step is to increase the amount of data in order to be able to carry out an evaluation with the help of AI. This is to be achieved by distributing the questionnaires widely. Until a sufficient amount of data is available, a statistical analysis will be used.
Learnings
Overall, the time required for the preparatory work was significantly underestimated. Clarifying the data collection and data protection took more time than estimated. In addition, project implementation was delayed due to the limited capacities of the project team.
It is also important to involve all parties involved, such as the works council, HR department, data protection department and, in our case, the training department, at an early stage in order to win over key decision-makers to support the project.